Lebensmittelkontaminationen sind eine der größten Herausforderungen für die Lebensmittelindustrie – besonders wenn es um Mykotoxine geht. Diese giftigen Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können in Obst, Gemüse und Getreide vorkommen und erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Um diesem Problem zu begegnen, hat die SAFIA Technologies GmbH gemeinsam mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ein wegweisendes Forschungsprojekt ins Leben gerufen.
Im Rahmen des ProFIT-Programms des Landes Berlin, das von der Investitionsbank Berlin (IBB) verwaltet wird, entwickelt SAFIA neue, hochpräzise Nachweismethoden für Mykotoxine. Gefördert durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2021-2027, ermöglicht dieses Projekt eine innovative Herangehensweise an die Analyse und Sicherheit von Lebensmitteln.
Die große Herausforderung in der Mykotoxin-Detektion besteht darin, verschiedene Toxine effizient und zuverlässig zu erfassen. SAFIA setzt hierfür auf Multiplex-Assays, die mithilfe speziell entwickelter Antikörper mehrere Toxine gleichzeitig nachweisen können. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern erhöht auch die Genauigkeit der Analyse.
Besonders im Fokus stehen drei Gruppen von Mykotoxinen:
Patulin
– Ein Giftstoff, der häufig in Kernobst wie Äpfeln vorkommt und aufgrund seiner chemischen Instabilität schwer zu identifizieren ist.
Ergotalkaloide
– Stark regulierte Substanzen, die in Getreide vorkommen und deren gesetzliche Grenzwerte verschärft werden.
Alternaria-Toxine
– Noch nicht EU-reguliert, aber zunehmend in den Fokus von Wissenschaft und Behörden gerückt, da sie hochtoxisch sind und in vielen Lebensmitteln nachweisbar sind.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung innovativer Nachweismethoden für neu auftretende Mykotoxine unter Einsatz der SAFIA-Technologie. Dabei stehen vier zentrale Aspekte im Fokus:
🔬 Antikörper-Entwicklung: Im Rahmen dieses Transferprojekts werden hochaffine monoklonale Antikörper entwickelt, die gezielt auf relevante Mykotoxine abgestimmt sind. Diese Antikörper ermöglichen eine hochspezifische Erkennung selbst geringster Toxinmengen. Dabei kommt das technologische Know-how von SAFIA und der BAM zum Einsatz, um Antikörper mit höchster Sensitivität und Stabilität zu generieren.
🧪 Multiplex-Assays: Durch eine patentierte Technologie wird die gleichzeitige Analyse mehrerer Mykotoxine in unterschiedlichen Lebensmitteln ermöglicht – von Fruchtsäften bis Getreide. Dies verbessert die Effizienz der Nachweismethoden, erhöht die Probenkapazität und reduziert den Arbeits- und Kostenaufwand erheblich.
📏 QC-Materialien: Ein essenzieller Bestandteil des Projekts ist die Herstellung von natürlich kontaminierten Materialien mit genau definierten Gehalten an spezifischen Mykotoxinen. Diese Materialien dienen als Vergleichsstandards für die Validierung und Qualitätssicherung der SAFIA-Assays und stellen sicher, dass Analysen reproduzierbare und zuverlässige Ergebnisse liefern.
⚙️ Erweiterung der Analysekapazitäten: Durch den modularen Aufbau der Assay-Technologie lassen sich zukünftige Tests flexibel an neue gesetzliche Vorgaben und Marktanforderungen anpassen. Dadurch wird eine langfristige Anwendbarkeit und Skalierbarkeit der Methode gewährleistet.
Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung der Rückstandsanalytik in der Lebensmittelindustrie bei. Es stärkt nicht nur die regionale und europäische Wettbewerbsfähigkeit, sondern sorgt auch für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensmittelsicherheit. Die entwickelten Methoden ermöglichen es, innovative und praxistaugliche Analytiklösungen schnell und zuverlässig in bestehende Qualitätssicherungssysteme zu integrieren.
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