Fumonisine: Mykotoxine aus Fusarium in Mais und Getreide

Fumonisine (FUM)

Was ist Zearalenon?

Fumonisine (FUM) sind eine Gruppe von Mykotoxinen, die hauptsächlich von den Schimmelpilzen Fusarium verticillioides und Fusarium proliferatum gebildet werden. Sie befallen vor allem Mais bereits auf dem Feld und können sich unter warmen sowie feuchten Bedingungen besonders stark vermehren.

Chemisch unterscheiden sich Fumonisine von vielen anderen Mykotoxinen, da sie strukturell den Sphingolipiden ähneln. Dadurch können sie den Sphingolipidstoffwechsel stören, der für den Aufbau und die Funktion von Zellmembranen sowie für zahlreiche zelluläre Signalprozesse von großer Bedeutung ist. Die wichtigsten Vertreter sind Fumonisin B1 (FB1), Fumonisin B2 (FB2) und Fumonisin B3 (FB3), wobei FB1 am häufigsten vorkommt und die höchste toxikologische Relevanz besitzt.


Wo kommen Fumonisine vor?

Fumonisine werden vor allem in Mais und daraus hergestellten Lebensmitteln nachgewiesen, insbesondere in:

  • Mais und Maismehl
  • Cornflakes und Frühstückscerealien
  • Tortillas und Maischips
  • Polenta
  • Popcorn
  • Maisbasierte Säuglings- und Kleinkindnahrung
  • Seltener auch in Weizen und anderen Getreidearten

Die Bildung von Fumonisinen wird durch warme Temperaturen und Trockenstress während des Pflanzenwachstums sowie durch ungünstige Lagerbedingungen begünstigt. Da Mais weltweit zu den wichtigsten Kulturpflanzen gehört, zählen Fumonisine zu den häufigsten Mykotoxinen in Maisprodukten.


Gesundheitsrisiken durch Fumonisine

Fumonisine können sowohl Tiere als auch Menschen gesundheitlich beeinträchtigen.

Akute Toxizität

  • Übelkeit und Bauchbeschwerden
  • Durchfall
  • Beeinträchtigung der Darmfunktion
  • Bei sehr hohen Aufnahmemengen Schädigung von Leber und Nieren

Chronische Toxizität

  • Störung des Sphingolipidstoffwechsels
  • Schädigung von Leber und Nieren
  • Mögliche Beeinträchtigung des Immunsystems
  • Hinweise auf Entwicklungsstörungen bei ungeborenen Kindern
  • Möglicherweise erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs bei langfristig hoher Exposition in stark belasteten Regionen

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Fumonisin B1 als möglicherweise krebserregend für den Menschen (Gruppe 2B) ein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat zudem einen tolerierbaren täglichen Aufnahmewert (TDI) festgelegt, um Verbraucher vor gesundheitlichen Risiken einer langfristigen Aufnahme zu schützen.