Erkenntnisse aus COCERAL-Studie: Mykotoxinprofile verändern sich – Co-Kontaminationen werden zur neuen Herausforderung

Erkenntnisse aus COCERAL-Studie: Mykotoxinprofile verändern sich – Co-Kontaminationen werden zur neuen Herausforderung

09.Juli.2026 Svenja Elsner

Die europäische Getreidewirtschaft steht vor einem Wandel im Umgang mit Mykotoxinen. Die aktuelle COCERAL Mycotoxins Management Survey 2025 zeigt: Nicht nur die Belastung einzelner Toxine verändert sich, sondern zunehmend auch das gesamte Mykotoxinprofil von Getreidepartien. Besonders die Kombination mehrerer Toxine (Co-Kontaminationen) rückt stärker in den Fokus. Die Studie basiert auf einer Befragung europäischer Marktteilnehmer und repräsentiert rund 86 Millionen Tonnen gehandelte Getreidemengen. Ein zentrales Ergebnis: 93 % der befragten Unternehmen führen regelmäßige Mykotoxinuntersuchungen durch. Die wichtigsten überwachten Kulturen sind dabei Mais, Weizen und Gerste.

Vom Einzelrisiko zur Mehrfachbelastung

Während früher einzelne Leitparameter wie DON, Zearalenon oder Aflatoxin B1 im Mittelpunkt standen, zeigt sich heute ein komplexeres Bild. Immer häufiger werden mehrere Mykotoxine gleichzeitig in einer Partie festgestellt.

Typische Kombinationen sind:

  • DON + Zearalenon
  • DON + T-2/HT-2-Toxine
  • mehrere Fusarium-Toxine gleichzeitig

Diese Entwicklung erschwert die Risikobewertung, da nicht nur einzelne Grenzwerte betrachtet werden können, sondern zunehmend das gesamte Belastungsprofil einer Partie entscheidend wird.

Klimawandel verändert die Risikokarte

Die COCERAL-Befragung zeigt, dass der Klimawandel als einer der wichtigsten Treiber zukünftiger Mykotoxinrisiken gesehen wird.

Besonders hervorgehoben werden:

  • Aflatoxin B1: Höhere Temperaturen und Trockenstress begünstigen die Ausbreitung aflatoxinbildender Pilze. Ein Risiko, das bislang vor allem mit wärmeren Regionen und Importware verbunden war, könnte künftig auch in Europa an Bedeutung gewinnen.
  • Fusarium-Toxine: DON, Zearalenon sowie T-2/HT-2-Toxine bleiben insbesondere bei Weizen und Mais zentrale Herausforderungen. Wetterextreme während Vegetation und Ernte können ihre Bildung zusätzlich fördern.
  • Mutterkorn (Ergot): Auch das Risiko durch Mutterkorn wird von den Befragten als zunehmend relevant eingeschätzt. Veränderte Witterungsbedingungen und längere Blütephasen können den Befall begünstigen und dazu führen, dass künftig nicht nur Roggen, sondern auch andere Getreidearten stärker betroffen sind.

Steigende Anforderungen an die Getreidekette

Die Branche erwartet durch strengere Anforderungen:

  • mehr Kontrollen und Analysen,
  • höhere Anforderungen an Rückverfolgbarkeit,
  • zusätzliche Kosten durch getrennte Lagerung und Warenmanagement,
  • ein steigendes Risiko für nicht vermarktbare Partien.

Die wichtigste Erkenntnis aus der aktuellen COCERAL-Studie:

  • Das Mykotoxinrisiko verändert sich nicht nur durch höhere Einzelwerte, sondern durch komplexere Belastungsmuster.
  • Die Zukunft des Mykotoxinmanagements liegt daher in einer ganzheitlichen Betrachtung: weg von der reinen Grenzwertkontrolle einzelner Toxine – hin zur Bewertung kompletter Mykotoxinprofile und ihrer möglichen Kombinationen.
  • Für Handel, Lagerung und Verarbeitung bedeutet dies: Ein frühzeitiges und integriertes Risikomanagement wird zunehmend zum entscheidenden Faktor für Qualität und Versorgungssicherheit.

Passende Analytik für veränderte Mykotoxinprofile

Die Ergebnisse der COCERAL-Studie verdeutlichen, dass die Bewertung einzelner Mykotoxine künftig häufig nicht mehr ausreicht. Mit der zunehmenden Bedeutung von Co-Kontaminationen wächst auch der Bedarf an Analyselösungen, die mehrere relevante Mykotoxine gleichzeitig erfassen und so ein umfassenderes Bild der Belastung liefern. Genau hier setzen die Multiplex-Assays von SAFIA an. Sie ermöglichen den parallelen Nachweis ausgewählter Mykotoxine in einer einzigen Analyse und unterstützen damit eine effiziente Bewertung komplexer Mykotoxinprofile. Dies erleichtert insbesondere das Screening von Rohstoffen und Getreidepartien, in denen verschiedene Toxine gleichzeitig auftreten können, und liefert eine fundierte Grundlage für Entscheidungen im Qualitäts- und Risikomanagement.

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