AOH und AME: Genotoxische Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln

AOH (Alternariol) & AME (Alternariolmonomethylether)

Was sind AOH und AME?

AOH (Alternariol) und AME (Alternariolmonomethylether) gehören zur Gruppe der Alternaria-Toxine. Dabei handelt es sich um Sekundärmetabolite, die von Schimmelpilzen der Gattung Alternaria gebildet werden. Eine der wichtigsten toxinbildenden Arten ist Alternaria alternata.

Chemisch zeichnen sich AOH und AME durch eine relativ stabile Struktur aus. Diese Stabilität führt dazu, dass die Toxine bei der Verarbeitung von Lebensmitteln – etwa durch Erhitzen oder industrielle Verfahren – nur begrenzt reduziert oder entfernt werden können.


Wo kommen AOH und AME vor?

Alternaria-Toxine sind in einer Vielzahl von Lebens- und Futtermitteln nachweisbar. Besonders häufig treten sie auf in:

  • Obst und Gemüse (z. B. Tomaten, Äpfel)
  • Tomatenprodukte (Saucen, Ketchup, Konserven)
  • Getreide (Weizen, Gerste)
  • Verarbeitete Lebensmittel
  • Kaffee
  • Alkoholische Getränke
  • Tierfutter

Ein besonders hohes Risiko besteht bei Tomaten und daraus hergestellten Produkten. Die Kontamination wird begünstigt durch warmes und feuchtes Klima, unsachgemäße Lagerung sowie durch beschädigte oder überreife Lebensmittel. Mit den zunehmenden klimatischen Veränderungen steigen die Belastung auch in gemäßigten Regionen.


Gesundheitsrisiken durch AOH und AME

AOH und AME sind vor allem aufgrund ihrer genotoxischen Eigenschaften von Bedeutung. Das bedeutet, sie können das Erbgut von Zellen schädigen.

Wirkmechanismus:

  • Hemmung der DNA-Topoisomerasen I und II
  • Störung der DNA-Struktur und -Reparaturprozesse

Mögliche gesundheitliche Folgen:

  • Genotoxizität (Hauptproblem)
  • Schädigung der DNA
  • Erhöhtes Risiko für Mutationen

Weitere potenzielle Effekte:

  • Fetotoxische Wirkungen (Schädigung des ungeborenen Kindes)
  • Teratogene Effekte (Fehlbildungen während der Entwicklung)
  • Hinweise auf eine mögliche Förderung von Speiseröhrenkrebs